Das Tal der verlorenen Namen
Es gibt keinen Wegweiser hierher.
Und keinen, der wieder hinausführt.

Der Boden ist weich.
Nicht aus Erde -
sondern aus etwas, das sich erinnert.
Schritte hinterlassen keine Spuren.
Nur ein Gefühl, dass du schon einmal hier warst.

Du versuchst, dich zu erinnern.
Deinen Namen.
Für einen Moment ist er da.
Dann nicht mehr.
Du bist dir sicher,
dass hier eben noch mehr stand.
Nicht verschwunden.
Nur... woanders.

Leise Stimmen ziehen durch das Tal.
Eine davon hast du gerade noch verstanden.
Sie sprechen Namen.
Nicht laut.
Nicht für dich.
Und doch hast du das Gefühl,
dass einer davon deiner war.
Und dass er noch immer gesprochen wird.
Du bist dir nicht sicher, ob du ihn verloren hast.
Oder ob er dich verlassen hat.
Du hast das Gefühl,
dass dies der einzige Moment ist,
in dem du nichts tun solltest.

Die Stimmen werden leiser.
Nicht, weil sie verschwinden.
Sondern weil du aufhörst, ihnen zu folgen.
Zum ersten Mal fühlt es sich richtig an,
nichts zu tun.
Und genau in diesem Moment
verändert sich etwas.
Nicht vor dir.
Sondern hinter dem,
was du gerade nicht getan hast.
